Kalibrierlabor Esenwein GmbH

Prüfintervalle

Wir werden oft von unseren Kunden gefragt, wie hoch Prüfintervalle gesetzt werden können.

Natürlich sparen Sie Geld, wenn Sie den Prüfzyklus erhöhen und oftmals ist es auch sinnvoll dies zu tun. Die Herstellerempfehlungen (meist 12 Monate) gehen von täglicher Nutzung unter “normalen” Bedingungen aus. Auch bei mechanischen Prüfmitteln ist ein Prüfintervall von 12 Monaten oft über­trieben. Im Gegenzug stoßen wir auf Kunden, die ihren Messmitteln Intervalle von 4 oder 5 Jahren geben. Bitte bedenken Sie, dass Sie bei einem so langen Prüfintervall die Forderungen der ISO 9000 nicht mehr erfüllen können. Stellen wir bei einer Kalibrierung nämlich fest, dass Ihr Messgerät “außer Toleranz” liegt, müssen Sie die Messungen seit der letzten Kalibrierung bewerten. Dies dürfte nach 5 Jahren nicht mehr möglich sein, da Sie nicht mehr nachvollziehen können, was Sie überhaupt gemessen haben. Außerdem ist Ihr Produktzyklus wahrscheinlich kürzer als 5 Jahre.

Welcher Prüfzyklus?

Haben Sie Fälle, bei denen Sie ein Prüfintervall von größer als 3 Jahren für sinnvoll halten, empfehlen wir Ihnen grundsätzlich über die Kalibrierung dieses Messmittels nachzudenken: Ist das Messgerät so unwichtig, dass ein “außer Toleranz” keine Rolle spielt, oder sind Messabweichungen für den Anwender sofort offensichtlich? Sparen Sie sich in diesen Fällen die Kalibrierung ganz - sie ist sinnlos. Bei elektrischen Messmitteln helfen wir Ihnen gerne bei der Intervalldynamisierung. Wir liefern Ihnen auf Wunsch mit jedem Kalibrierschein eine grafische Auswertung der Messwerte. Dadurch fällt es Ihnen leichter einen Trend zu erkennen. Somit können Sie den Prüfzyklus schritt­weise anpassen. Folgendes ist allerdings zu beachten: Mit der Betrachtung der Drift kann nur die Alterung eines Gerätes abgeschätzt werden.

Die Alterung wird aber auch durch äußeren Umgebungs- und Einsatzbedingungen beeinflusst. Dieses Verfahren ist also nur dann zuverlässig, wenn konstante äußere Bedingungen vorliegen. Bei mechanischen Messmitteln funktioniert dieses Prinzip im Übrigen schlecht, da Sie mit diesem Verfahren vor allem die Alterung eines Gerätes abschätzen können. Bei mechanischen Messmitteln gibt es aber keine Alterung, sondern nur Verschleiß. Auf jeden Fall sollten Sie Ihre Prüfintervalle technisch recht­fertigen können. Einfach alles auf 3 Jahre zu setzen, kann bei einem Audit zum Boomerang werden.

Übrigens:

Eine einfache mathematische Formel zur Berechnung des idealen Prüfzyklus anhand von Kalibrierwerten gibt es leider nicht - zu viele Parameter, auf die wir keinen Einfluss haben.

Sollten Sie anderer Meinung sein? Lassen Sie es mich wissen!

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